Vortrag von Unity-Ministerin Karin Fechner in München im Jahre 2002

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Ja, das wahre Gebet wirkt Wunder. Aber eben nur das WAHRE, die richtige Art zu Beten! Denn es gibt verschiedene Arten von Gebet, entsprechend dem Bewusstsein des Betenden. Fangen wir mit dem althergebrachten Gebet an:

Im Alten Testament vertreten die Menschen die Auffassung, dass Gott ein von ihnen getrenntes Wesen ist, was leider auch heute noch vielfach gelehrt wird und weit verbreitet ist. Deshalb bitten, betteln und flehen die Menschen Gott im Gebet an, dass ER ihr Gebet erhören möge – aber bitte auch so, wie sie es sich vorstellen. Wer kennt es nicht, das Flehen: O lieber Gott mach bitte, dass ich im Lotto gewinne! Oder: Lieber Gott hilf, dass ich vor Gericht Recht bekomme. Es gibt vielerlei flehentliches Bitten um etwas, das wir für uns haben wollen. Aber das funktioniert so nicht!

Schauen wir einmal, was in den Psalmen über das Beten zu lesen ist. Wir finden dort verschiedene Aussagen über das Beten:
In Psalm 4:
„Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der Du mich tröstest in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet.“

Und in Psalm 5 Vers 3:
„Vernimm mein Schreien, mein König, mein Gott;
denn ich will zu Dir beten.“

In Psalm 10 Vers 1 heißt es:
„Herr, warum stehst Du so ferne, verbirgst Dich zur Zeit der Not?“

Das waren damals und sind auch heute noch die Gebete der einfachen Menschen. Einfach in dem Sinne von „noch nicht erwacht“ in die Spiritualität. Dazu müssen wir wissen, dass die Bibel, richtig verstanden natürlich, den Entwicklungsweg der menschlichen Seele aufzeigt.

Menschen die Gott um etwas anflehen, leben noch im materiellen Bewusstsein, leben in >Sünde< (kommt von Sund=Trennung), d. h., von Gott in ihren Gedanken und Gefühlen getrennt; sie leben nach dem Gesetz der Vergeltung:
„Auge um Auge – Zahn um Zahn“ oder „Wie Du mir, so ich Dir.“

Sie leben falsche religiöse Prägungen, sehen Gott als den alten Mann mit Bart auf seinem Himmelsthron, der seine Gunst jemandem schenkt oder vorenthält, der Strafen verteilt oder bestimmten Personen ein wunderbares Schicksal gönnt. So wird Gott angefleht um Geld, um ein Haus, ein Auto, Gesundheit, Glück und viele Dinge mehr. Das ist aber der falsche Weg. Den Wegweiser für den richtigen Weg finden wir schon im ersten der zehn Gebote 2. Mose 20 Vers 3:

„Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“
Der Name Gottes ist „Ich Bin“

Im Neuen Testament lesen wir dann:
„Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte.“ Mat. 22,37

„Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und Ihm allein dienen.“ Mat. 4,10

Die Menschen huldigen aber meist nach wie vor ihren Götzen der Macht, des Ruhmes, der Ehre, des Wohlstandes, also der äußeren Darstellung von etwas Erreichtem, Anbetung des Materiellen und des Ego.

Die meisten Menschen zur Zeit des Alten Testamentes verstanden es nicht anders, als Gott in der bittenden, flehenden Form anzurufen. Er war die Vaterfigur zu der man aufsah. Das änderte sich aber (in unserer Kultur), als Jesus anfing zu predigen. Er sagte zu seinen Zuhörern:

„Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgetan.“

Schon hier, in dieser Aussage, könnte man drei Stufen der Entwicklung des Gebetes ersehen. In der ersten wird gebeten, in der zweiten wird Gott im Innern gesucht und eventuell auch gefunden, und in der dritten Stufe treten wir mit unserem Gebet in das Geistige ein, in das Höchste, das Wahre Gebet. Wir öffnen uns nach Innen.

Aber zuallererst, durch das bitten, betteln und flehen, geschieht die erste Annäherung an Gott. Der Mensch hat erkannt oder er erhofft sich, dass es eine höhere Macht gibt, an die er sich mit seinen Problemen wenden kann. Es ist sozusagen die erste Stufe zum Erwachen, der erste Schritt zu Gott.

Gott hat uns die Fähigkeit gegeben, zu denken, zu erkennen und uns zu verändern. Wir müssen das Umdenken lernen, - Metanoia - genannt, und loslassen von unserem irrtümlichen Denken, welches uns gelehrt wurde, oder welches wir durch die Familie und unser Lebensumfeld angenommen haben.
Erst wenn wir die Wahrheit suchen, werden wir einen Geistigen Fortschritt erleben. Erst wenn wir Gott suchen und Ihn in uns finden, haben wir die Gott-Erfahrung, die uns den Weg zu unserem Guten öffnet.

Wie oft sind wir nicht der Inneren Stimme gefolgt?
Wie oft haben wir die Ursache für Krankheit, Leid, Armut außerhalb von uns gesucht?
Wie oft machen wir Andere dafür verantwortlich?
Leben wir nicht täglich in Ängsten? Warum sorgen wir uns ständig?
Warum geben wir immer zu schnell auf, resignieren wir, wenn etwas schwierig wird?
Wieso setzen wir alle unsere Erwartungen in Menschen und werden doch immer wieder von ihnen enttäuscht?
Wieso tragen wir immer wieder unseren Egoismus zur Schau und leben all unsere Untugenden, wie Neid, Hass, Eifersucht etc. aus?
Warum leben wir im Stress, schlafen zu wenig und streben nach Ruhm und Macht?
Kann oder will ich nicht vergeben? Warum nicht?

Was sollen wir aus all dem erkennen? Wahrscheinlich, dass wir ein Leben getrennt von Gott leben!!! Wir haben die Einheit mit Gott noch nicht verinnerlicht. Wir haben Gott noch nicht in unserem Innersten gefunden. Wir haben Gott nicht an die erste Stelle in unserem Leben gesetzt!

Deshalb lautet die Antwort auf all diese vorherigen Fragen: Unser Wille ist noch dem Willen Gottes übergeordnet. Wir leben egoistisch, egozentrisch, in „Sünde“ und somit auch in Leid und wahrscheinlich auch in Krankheit. Es heißt ja nicht umsonst, dass der gesunde Mensch nur in medizinischen Lehrbüchern existiert. Der Mensch hat sein eigenes, ihm innewohnendes göttliches Potential noch nicht erkannt.

Zur Sünde möchte ich betonen, dass dieses Wort im religiösen Sinne nichts mit Unrecht oder Verbrechen und dergleichen zu tun hat, sondern hier der Sund – die Trennung von Gott gemeint ist. Das wird oft falsch verstanden und von den Kirchen leider auch heute noch im Sinne des Unrecht Tuns gelehrt.

Kehren wir aber wieder zum Thema zurück. Krankheiten sind Auswirkungen, sind Symptome!! Es zeigt sich auf der körperlichen Ebene, was in der geistigen Ebene nicht stimmig ist. Krankheit will uns immer auf einen Zustand im Inneren aufmerksam machen. Wenn wir krank sind, halten wir meist Bettruhe. Wir haben viel Zeit, in uns zu gehen. Denken Sie nur mal an die schweren Kinderkrankheiten. Hat ein Kind diese überstanden, wird immer gesagt, dass es gestärkt wurde durch diese Krankheit. Geht es uns aber nicht ebenso?

Wer eine schwere Krankheit hat, z.B. Krebs, der verändert vielleicht plötzlich sein ganzes Leben. Er bringt alles in Ordnung, lebt sein Leben bewusst, ernährt sich ganz anders, geht plötzlich seinen Hobbys nach, fängt an zu beten, zu meditieren – und gesundet! Krankheiten wollen einen Ausgleich schaffen und uns zur Erkenntnis bringen.

Woran wir kranken, sind also nie die äußeren Umstände, sondern die Ursache der Erscheinungen. Sie kommen als Krankheit, Zwiespalt, Mangel und Beschränkung durch unsere einzige Sünde: Die Absonderung von Gott! Der Glaube, ein von Gott getrenntes Wesen zu sein. Es geht also nicht um gesunde oder kranke Menschen, es geht um den Christus in uns, das Universelle Sein.

Das Wahre Wesen eines jeden Menschen, in seinem tiefsten Inneren, ist „CHRISTUS“, der Lebendige, der uns „Eingeborene“ (hineingeborene) -Sohn Gottes-. Anders ausgedrückt: Der Vater-Teil in der menschlichen Seele ist CHRI­STUS; und somit ist der uns Eingeborene Sohn iden­tisch mit dem Vater. Christus, oder der Vater in uns, ist ein und dasselbe! „Der Vater und ich sind eins.“

Es gibt im ganzen Universum nur eine Geistige Kraft, und jeder Mensch ist ein Teil davon. Das besagt unsere Unity-Lehre. Jeder hat also einen Teil von Gott, dem Vater in sich. Das dürfen wir nie vergessen! Je häufiger wir uns dies vergegenwärtigen, desto ruhiger wird unser Leben verlaufen.

Gott ist vollkommen und kann alles vollbringen!

Christus in uns ist derselbe Geist, von dem auch Jesus erfüllt war. Folgen wir Ihm doch nach!

In der wahren, echten Vater-Kind-Beziehung wird dem betenden Menschen eine solch intensive Geistige Kraft verliehen, dass er zu einem strahlenden Mittelpunkt wird, durch den sich Gott der Welt gibt, und so wird das unendliche Gute, in die Welt hinausgestrahlt.

Wenn wir in einem Gebetskreis für andere Menschen beten, müssen wir ganz klar erkannt haben: Der Mensch ist ein geistiges Wesen, ist ein Kind Gottes und im Gebet für ihn bezeuge ich den Christus seines Seins. Jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze ist als Geistiges Sein eine Offenbarung Gottes, ein tatsächlicher, aktueller Ausdruck Göttlichen Seins.

Jesus Christus kam in die Welt, um uns Menschen diese Wahrheit zu vermitteln. Er brachte uns ein ganz neues Verständnis von Gott, von uns selbst und über die Art und Weise, wie wir leben sollten. Er sagte: „Folget mir nach...“ Mat. 4,19 und in Mk 1,17 Das heißt, macht es mir nach, macht es ebenso wie ich, denkt so wie ich, handelt so wie ich, lebt so wie ich, tut Gutes so wie ich, lebt in der Liebe, so liebevoll mit den Mitmenschen wie ich „... und ihr könnt noch größere Dinge tun als ich.“ Wenn ihr den Vater in euch erkennt, dann habt ihr unendliche Möglichkeiten, denn der Vater in uns, der tut die Werke! Jesus richtete sein ganzes Leben auf den innewohnenden Gott, den Vater in ihm, aus. Joh. 14,10: „Der Vater aber, der in mir wohnt, der tut die Werke.“

Paulus sagte uns, im ersten Brief an die Thessaloniker 5,17: „...betet ohne Unterlass.“

Wir haben dann eine ideale Form des Gebets erreicht, wenn unsere Gedanken von früh bis spät,- während unserer ganzen Tätigkeit -, in Gott ruhen. Wenn man sich danach sehnt, ist eine solche Bewusstseinsstufe durchaus erreichbar. Man kann sich Gottes wundervoller Gegenwart sogar dann bewusst sein, wenn man Dinge tut, die mit Ihm scheinbar nichts zu tun haben. Indem wir dann lernen, uns mehr und mehr auf Ihn zu verlassen und uns in noch größerem Maße Ihm zuzuwenden, werden wir entdecken, dass uns mehr und mehr Kraft für die Aufgaben des täglichen Lebens geschenkt wird.

Wo immer wir auch sind, welches auch immer unsere Pflichten sein mögen, wir können alle lernen, unsere Herzen auf Gott, das Gute, auszurichten, um auf diesem Wege ständig die Segnungen Seines Lebens, Seiner Liebe, Weisheit und Macht zu empfangen. Durch das Gebet werden wir eins mit Gott und Seinem endlosen Guten. Gebet ist das offene Tor, durch welches Gott Seine mächtigen Werke zu uns und für uns hindurchfließen lassen kann.

Beginnen wir also künftig unseren Tag und unsere Arbeit mit einem Dank an Gott und der Vergegenwärtigung, dass wir das Werkzeug für Ihn sind, durch das ER Seine Arbeit tun kann.

Ich widme dieser Aufgabe dann auch meine volle Aufmerk-samkeit und lebe und wirke im Jetzt. Wenn ich arbeite, arbeite ich. Wenn ich esse, esse ich. Wenn ich lese, lese ich mit voller Wahrnehmung und Intensität. Dann ist nichts anderes wichtig. Dann bin ich in der Gegenwart, im Jetzt. Das ist Gebet.

Wir sollten uns auch nicht durch das Geplapper, Genörgel und die Unzufriedenheit anderer Mitmenschen aus dieser Schwingung herausziehen lassen. Gott ist immer gegenwärtig. Leider zeigt aber die Erfahrung, dass wir nur all zu leicht in die Falle der Welt tappen und in Zorn, Zweifel und Ängste verfallen. Es hilft nur, so schnell wie möglich sich dessen bewusst zu werden, die Gedanken wieder auf das Göttliche zu lenken, dann geht es uns gleich wieder besser. Lächle und die Welt lächelt zurück!

Wenn wir meditieren oder still in die Natur gehen, sind diese Betrachtungen auch Gebet ohne Unterlass. Wo immer wir die Wunder der Natur, die Wunder der Schöpfung betrachten, beten wir. Egal, ob wir ein Baby oder einen alten Menschen, einen Berg oder ein winziges Insekt, den Himmel oder die Wolken betrachten. Alles sind Wunderwerke Gottes.

Unsere Gedanken und unser Handeln bestimmen, wie unser 24-Stunden-Gebet ausfällt.

Fragen wir uns selbst: Wo sind unsere Gedanken, wie handeln wir? Sind wir freudig, fröhlich, lieben unsere Arbeit, unsere Mitmenschen, die Natur, usw., dann richten wir uns positiv aus.

Leben wir aber egoistisch, materialistisch, stets verärgert, nörgelnd, mißmutig, so mag sich jeder ausmalen, welches hier die Folgen sind.

Unser ganzes Leben besteht aus 24 Stunden-Gebeten. Also liegt die Entscheidung bei jedem von uns, wie sein 24 Stunden-Gebet heute, morgen, übermorgen, und in der ganzen Zukunft ausfällt. Jedes Gebet wird erhört werden, jedes nach seiner Art.

Zum Beten ohne Unterlass finden wir schon im 1. Psalm einen Hinweis:
„Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern hat Lust am Gesetz des Herrn und sinnt über Seinem Gesetz Tag und Nacht!
Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.“

Weiter geht der Psalm über die Gottlosen:
„Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreut. Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten. Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergeht.“
Gottlose Menschen gibt es natürlich nicht (denn wir tragen ja alle den göttlichen Kern, den Christus in uns),hier meint David die Menschen, die von Gott nichts wissen wollen, die der Welt verfallen sind.
In Psalm 4 Vers 4 sagt David:
„Erkennet doch, dass der Herr seine Heiligen wunderbar führt; der Herr hört, wenn ich ihn anrufe.“

Wenn wir nun dauerhaft im Gebet bleiben, geistes-gegenwärtig sind, da wo wir gerade sind, ganz in der Gegenwart Gottes sind, und es auch bleiben, dann ändert sich alles für uns zum Positiven hin – und zwar von ganz allein – ohne betteln und bitten.

Dauerhaft in Gebetsschwingung zu bleiben, ist das Wichtigste. Wir sind dann in der Entspannung und das ist der empfangende Zustand. Beachten wir, dass eine Erhebung in eine höhere Schwingung bzw. die Versenkung nach Innen, in die eigene Mitte, das Gleiche ist. Wir sind dann im Christus-Bewusstsein. Man spricht auch vom Lichte Christi, dem Höchsten Licht, das in uns allen ist und über das wir unmittelbar empfangen können, nämlich jeder in seiner besonderen Individualität das Besondere, das Wunderbare. Dadurch kommen wir zu einer anderen Sichtweise, bekommen wir andere Perspektiven. Aus dieser Höheren Sicht nun sind wir fähig, richtige Entscheidungen zu treffen, weil wir hier ganz gegenwärtig, ganz aufmerksam und wirklich dankbar sind.

Achtsamkeit ist also sehr wichtig. Auch im Umgang mit anderen Menschen oder unserem Partner. Wo die Achtsamkeit fehlt, fehlt die Liebe, fehlt das Gespür für den anderen. Allein schon einem Menschen einmal richtig zuzuhören, kann jenem ein Gefühl des Geliebtwerdens, des Akzeptiertwerdens vermitteln und er fühlt sich nicht mehr so allein gelassen. Hat er sich ausgesprochen, so fragen wir doch einfach mal, ob er bereit ist, mit uns zu beten, in die Stille zu gehen.

Wir verlassen dann aber im Gebet sein Problem und richten unsere Sichtweise auf sein Göttliches Wesen, richten die Achtsamkeit auf -Gott im Inneren-, der weiß, was der Andere benötigt oder wünscht. Der innewohnende Gott ist der Lächelnde, der Überlegene. Er löst lächelnd die Probleme, wenn wir bereit sind, Ihn in unserem Inneren anzunehmen.

>>Er wird Gott bitten; Der wird ihm Gnade erzeigen und wird ihn sein Antlitz sehen lassen mit Freuden…<< Hiob 33:26

Im Hasten der Welt erscheint es oft schwer, Zeit zum Beten zu finden. Je gedrängter wir uns jedoch fühlen, je weniger Zeit wir für ein Gebet zu haben glauben, desto größer ist die Notwendigkeit, innerlich still zu werden und sich Gott zuzuwenden. Gebet hilft uns, unsere Gedanken zu konzentrieren, unsere Kräfte zu sammeln und schenkt uns jene innere Ausgeglichenheit, die wir alle so sehr brauchen, um den Anforderungen, die das heutige Leben täglich an uns stellt, gerecht zu werden.

Wahres Gebet ist konstruktiv. Wir müssen unser Gebet sprechen und wissen, dass Gott hört!! Dann aber müssen wir hören, während Er zu uns spricht! Wir sollten seinen Weisungen gegenüber aufgeschlossen und gehorsam sein. Oft meinen wir, dass die Gebete unbeantwortet bleiben, weil wir nicht genug Glauben haben, dass Gott uns wirklich helfen will und wird. Häufig bitten wir um Seine Hilfe in diesen und jenen Schwierigkeiten, um dann jedoch fortzufahren, das Problem nach unserem eigenen Willen zu lösen.

Gott ist gewillter zu geben, als der Mensch bereit ist, zu empfangen. Das Sichbewusstwerden Gottes als unser liebevoller Vater macht jedem Betteln im Gebet ein Ende. Wahres Gebet ist niemals ein Flehen und Jammern, sondern Vereinigung von Gott und Mensch, ein völliges Verschmelzen des Menschlichen mit dem Göttlichen.

Im Tao te King des Lao Tse lesen wir dazu:
>Man muss wirken auf das,
was noch nicht da ist.<

Das stimmt, denn wir wissen ja inzwischen, dass wir das, was noch nicht da ist, als schon gegeben voraussetzen dürfen. Gott erfüllt alle unsere Wünsche, aber nur denen, die Ihm zugetan sind, die wissen, „Der Vater und ich sind eins.“ „Denen, die Gott lieben, werden alle Dinge zum Besten dienen. Röm. 8,28

Wirken auf das, was noch nicht da ist, bedeutet, dass all das, was wir uns in Gedanken vorstellen können, uns bereits gehört. Wir müssen nur dahingehend wirken, dass durch unser Einssein mit Gott, unser Gebet in der Stille, diese gefühlte Einheit mit Gott, dieses geheimnisvolle Tor sich öffnet und uns das zuströmt, was wir benötigen oder wünschen. Und Gottes Wege zur Erfüllung sind manchmal sehr merkwürdig und erscheinen uns dann als ein Wunder!

Eine andere Art zu beten ist auch, sich selbst zu fragen: Vertraue ich meinen Augen oder glaube ich an die Mystiken der Welt, jene, die in intuitiver Verbindung mit Gott gesehen werden? Glaube ich, dass das Böse nicht als eine Wirklichkeit existiert? Es gibt nur eine Macht und Gegenwart im Universum und genauso gibt es nur eine einzige Krankheit: der Glaube an ein Selbst abseits von Gott. Es ist der Glaube, dass im Bewusstsein Kräfte wirksam sind, die nicht Gott sind. Dabei ist das so einfach zu verwerfen, denn in Johannes 1 steht deutlich:

„Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, das gemacht ist.“
Fazit: Es gibt nur Gott und sonst gar nichts. Alles ist Gott! Alle unsichtbare und sichtbare Erscheinung, alle Töne, alles Licht, einfach Alles! Das heißt aber nicht, dass ich Gott bin! Nein, ich bin ein Teil Gottes, ein sichtbarer Ausdruck Gottes.

Dies ist der Ausgangspunkt, die Art, wie wahrhaft gebetet werden sollte: Ihr selbst solltet durch die Welt wandern als eine Wohltat und Segnung. Das tut ihr, wenn ihr Achtsam seid, gegenwärtig seid, in eurem göttlichen Bewusstsein ruht und Gott für euch All-Gegenwärtig ist.

In Indien sagt man:
„Gott schläft im Stein, atmet in der Pflanze, träumt im Tier und erwacht im Menschen.“

Wenn ihr das erkannt habt, dann versucht ihr auf dieser spirituellen Ebene nicht mehr, den Christus in einem Menschen zu erkennen, sondern: Ihr verwirklicht Christus als das einzige Sein!!! Das Geistige wird vom Geistigen angesprochen und Heilung geschieht direkt, und manchmal spontan, auf der Geistigen Ebene.

Erkennt Christus, fühlt Christus, fühlt die Wärme der Liebe in eurem eigenen Sein!

Viele von denen, die ihr still für euch segnet, werden Heilung erfahren und manche von ihnen werden den Weg der Wahrheit finden, weil ihr die Geistige Mitte in ihnen erschlossen habt, die bisher noch nicht geöffnet war. Ein Fünkchen genügte.

Das Gebet ist die Betrachtung der Tatsachen des Lebens von der Höchsten Warte aus. Es ist das Selbstgespräch einer schauenden und jubilierenden Seele. Es ist der Geist Gottes, der Sein Werk gut heißt.

Gebet stellt eine Brücke zwischen Gott und uns her, durch welche wir niemals von Seinem Guten getrennt sein können. Indem wir uns zu einem Bewusstsein unseres Einsseins mit Ihm erheben, werden wir eins mit all den Segnungen, die Er für uns erwünscht. Sobald der Mensch eins ist mit Gott, und das erwähnte ich bereits, bittet er nicht mehr. Er geht dazu über, Gott für jede Kleinigkeit zu danken, und in der nächsten Stufe einfach die Einheit mit Gott zu suchen. Gott-Vater weiß, wessen wir bedürfen, noch ehe wir Ihn gebeten haben.

Ein Gebet, das Einheit mit Gott ist, bringt Harmonie und Frieden, Freude und Erfolg hervor. Alles Dinge, die uns dann einfach zu-fallen.

Gemeinschaft mit Gott ist das wahre Gebet. Es ist die Entfaltung Seiner Gegenwart und Kraft im individuellen Bewusstsein.

Gemeinschaft mit Gott ist das Lauschen auf -die stille sanfte Stimme- im Inneren.

In dieser Gemeinschaft geht kein Wort von uns zu Gott, aber wir erleben das Bewusstsein der Gegenwart Gottes, indem uns die Wahrheit und Liebe Gottes im Innern zuteil werden. Es ist ein Heiliger Zustand, der uns nie unverwandelt lässt.

Wahres Gebet ist Demut. Wir stellen Gottes Willen über unseren. „Vater, Dein Wille geschehe…“ Wenn wir dies wirklich und wahrhaftig tun, dann wird uns erst bewusst, dass Er all unsere Not in Seiner eigenen, liebevollen Art und Weise stillt, weil Sein Wille für uns immer gut ist. Der liebende Vater-Gott versagt uns niemals unser Gutes. Durch die Innere Verbindung mit Gott sind wir mit Seinem Leben, Seiner Weisheit, Ordnung, Freude und Fülle vereint. Ebenfalls sind wir eins mit jener Göttlichen Kraft, andere zu segnen.

Beten wir also in dem Verständnis, dass was auch immer benötigt wird, jetzt in Erscheinung tritt. Beten wir in der Überzeugung, dass wir unseren Segen schon empfangen haben und die Kraft besitzen, Segen zu erteilen.

Gehen wir doch künftig immer in unserem Gebet ‘unter den Schirm des Höchsten’ und erklären wir uns eins mit dem Frieden, welcher Gott ist.

Der Friede Gottes ist für unser Herz wie Balsam für einen erschöpften Körper. Drum lassen wir alle Lasten, Sorgen und Gedanken los und lassen den stillen Frieden Seines Geistes uns mit einem neuen Gefühl der Ruhe und Zuversicht erfüllen. Wir können ganz sicher sein, dass Alles gut ist.

Wenn wir beten, sollten wir dies tun, als wenn wir in unserer letzten Stunde sind. Wir benötigen nichts mehr! Wir bitten dann nicht mehr um Materielles, sondern geben uns ganz dem Geiste Gottes hin. Dort ist Alles enthalten. Hier brauchen wir uns auch kein Bild mehr von Gott zu machen. Aber wir wenden Gott an. Gott ist unkörperlich, geistig.

Wir wissen inzwischen ganz sicher: Es gibt also niemanden, zu dem wir bitten und betteln könnten. Wir müssen uns in eine lauschende Haltung begeben, denn Gott ist in der leisen, sanften Stimme, ist die leise sanfte Stimme. Wir müssen im wahren Gebet also alle alten Vorstellungen loslassen, die wir vom Gebet hatten.

Ich sagte ja schon, dass die Art, wie Jemand betet, immer seinem Bewusstsein entspricht. Gebet bedeutet hinein betten oder hingeben. Wir bitten nicht mehr, sondern wir lauschen auf den Willen Gottes für uns.

Geben wir es also auf, zu erwarten, dass Gott unseren Willen tut, dass Er das tut, was wir uns ersehnen. Wenden wir uns nach Innen und sprechen Bejahungen, die uns in die Tiefe führen, in unser stilles Kämmerchen.

Solange wir noch einen Wunsch haben, den Gott erfüllen soll, begrenzen wir uns selber. Er hat ja vielleicht viel mehr oder Besseres für uns vorgesehen. Ein Wunsch ist eine Schranke, Gottes Gnade zu erfahren.

Auch Nicht-Vergeben wollen und Sich Sorgen bringt uns sofort in die Begrenztheit. Wir können uns nicht vorstellen, was Gott an Gutem für uns bereit hält, denn Gott ist unbegrenzt und unbegrenztes kann man nicht in einen begrenzten Verstand zwingen.

Deshalb blicken wir, wenn wir für Andere beten, nicht auf das Anliegen, nicht auf die Person, sondern blicken auf das Geistige in diesem Menschen und sprechen dieses Geistige in ihm an, indem wir das Gute für ihn bejahen, indem wir bejahen, dass er geführt wird, dass sein Leben, ganz gleich, wie es sich jetzt gerade darstellt, dass dieses Leben in der Göttlichen Ordnung verläuft und nur reflektiert wird, was im Denken und Tun gelebt wurde.

Wir bejahen die Fähigkeit des Umdlenkens in allen Menschen. Wir wollen mit unseren Gebeten nicht erreichen, dass Gott uns erhört und Menschen heilt, oder ihr Leben nach deren Vorstellungen ausrichtet, sondern wir bejahen die Wahrheit, die wir als gültig erkannt haben für alle Menschen.

Wir senden eine Schwingung, einen Impuls, von Geist zu Geist, wie Radiowellen. Wenn der Empfänger sein Radio auch angestellt hat, kommt die Sendung auch an.

Ein Mensch, der nur jammert, andere für seinen Zustand verantwortlich macht und auch nur äußerlich von anderen Hilfe erwartet, der also völlig in der Außenwelt lebt, wird nicht unbedingt aufnahmefähig, d.h., empfangsbereit sein, denn er sucht noch immer die Hilfe durch äußere Einflüsse.

Hilfe kann erst offenbar werden, wenn man bereit ist für Veränderungen. Das kann ganz tief im Unterbewusstsein der Fall sein, so dass die Impulse, die Schwingungen ankommen, wenn der Hilfesuchende ganz tiefe Sehnsucht nach Heilung, nach Veränderung, nach Geistiger Erfüllung, nach Geistiger Entfaltung sucht. Dann beginnt er plötzlich auch umzudenken, zu erwachen, weil die positiven Bejahungen in seinem Innersten, in seinen tiefsten Empfindungen einen Resonanzboden fanden.

Hoffnung auf Hilfe von Innen, vom Geistigen, von Gott, kann in der Seele jedes Menschen von einem Tropfen, einem Impuls, zu einem See werden und wird somit zu einer Inneren Gewissheit, zur Inneren Überzeugung, zu dem Glauben, dass Veränderung möglich ist.

Wahres Gebet ist also ein Segen für die Menschen und besonders für diejenigen, die dieses wahre Gebet beten.

Gemeinschaft mit Gott ist das wahre Gebet. Es ist die Entfaltung Seiner Gegenwart und Kraft im individuellen Bewusstsein.

Gemeinschaft mit Gott ist das Lauschen auf ‘die stille sanfte Stimme’.

In dieser Gemeinschaft geht kein Wort von uns zu Gott, aber wir erleben das Bewusstsein der Gegenwart Gottes, indem uns die Wahrheit und Liebe Gottes im Inneren zuteil werden. Es ist ein Heiliger Zustand, der uns nie unverwandelt lässt.

Wahres Gebet ist Demut.

‘Vater, Dein Wille geschehe, nicht meiner.’

Karin Fechner, ord. Unity-Ministerin
München 2002, Bad Kohlgrub 2011

1.Übung: Mache einen Spaziergang in aller Stille. Schweige. Betrachte den Weg und das Umfeld. Betrachte einen Baum, eine Blume, ein Insekt, einen Menschen, ein Tier oder was Du gerade jeweils siehst mit aller Achtsamkeit. Nimm jedes Detail wahr. Dann segne diesen Gegenstand oder eine Situation, die Du gerade aufmerksam beobachtet hast und sprich in Gedanken: „Ich segne Dich mit der reinen Liebe Gottes.“ Tue dies, so lange es Dir Freude macht und versuche auch, diese Übung so oft wie möglich zu machen.
2.Ganz gleich, was Dir in Deinem Alltag begegnet, sprich in Gedanken oder auch laut, ganz wie es Dir gefällt oder der Situation angepasst ist: „..Und dafür bin ich dankbar.“ Du wirst im Laufe der Zeit sehr viele Gelegenheiten dafür bekommen.
Das ist übrigens ein Tip von Gerda, Teilnehmerin einer 14-tägigen Seminarreise in die Türkei. Sie erzählte, dass ihre Mutter dies stets bei allen nur erdenklichen Situationen aussprach und ein sehr liebevolles Leben lebte.

Zuschriften können an info@himmlischer-blog.de
gerichtet werden.

Ja, ich bin für Weihnachten bereit!

von Jeanne Allen
nach einem Original der UNITY SCHOOL OF CHRISTIANITY, Unity Village/ USA

„BIST DU für Weihnachten bereit?“ Vor Weihnachten wird man diese Frage wohl öfters hören können. Wie wird man darauf reagieren? Wenn man an die Weihnachtsvorbereitungen denkt, die vor einem liegen – ans backen, kochen, saubermachen, an die Auslagen, die damit zusammenhängen – wird man dann resigniert sagen: „Ich glaube, ich werde es nie schaffen!“ Wenn man glaubt, das Bereitsein für Weihnachten hinge mit erledigten Einkäufen und ähnlichem zusammen, dann sollte man seine Ansicht ändern.
Das Bereitsein für Weihnachten hängt nicht von Einkäufen und anderen äußerlichen Vorbereitungen ab, sondern von der inneren Einstellung – vom Willen und Bereitsein, Christus die Seele zu öffnen und als Geburtsstätte darzubieten. Weihnachten ist und bleibt ein geistiges Erlebnis, es hat nichts mit erledigten oder unerledigten äußeren Dingen zu tun. Dekorationen und geschäftige Vorbereitungen sind lediglich symbolisch für das tiefe Sehnen der Seele, die geben und schenken und Christus erkennen und erfahren will.

In Wirklichkeit ist man für Weihnachten immer bereit, weil Christus stets darauf wartet, erkannt und verherrlicht zu werden. Jeder Tag kann Weihnachten sein, wenn man sein volles geistiges Potential als Kind Gottes – den innewohnenden Christus – erkennt.

Lasset uns jetzt mit den Vorbereitungen beginnen für die Weihnacht, die wir erleben möchten. Wir wollen uns der wahren Bedeutung der Geburt Jesu weihen und ein tieferes Verständnis finden für die lebensverwandelnde Botschaft, die Er der Menschheit gebracht hat. Wir wollen das Christusbewußtsein in uns erwecken und beleben. Jeder Mensch hat es in der Hand, das kommende Fest zum schönsten, bedeutungsvollsten, heiligsten und fröhlichsten Christfest zu
machen, das er je erlebt hat.

„Bist Du für Weihnachten bereit?“
„Ja, ich bin für Weihnachten bereit!“

Ich bin bereit für diese einmalige Zeit der Liebe und des Schenkens. Ich bin bereit, besonders an die wunderbaren Menschen in meinem Leben zu denken und ihnen das zu schenken, was ich zu geben habe – Geduld und Verstehen. Ich bin bereit, fröhlich zu sein mit meinen Mitmenschen und ihnen freundlich und liebevoll zu begegnen.

„Ja, ich bin für Weihnachten bereit!“ Ich bin bereit, das Kind in mir mit weit geöffneten Augen glücklich und erstaunt in die Welt schauen zu lassen in Erwartung all der guten Dinge, die da kommen werden. Ich bin bereit, den bunten Weihnachtsschmuck zu bewundern, die Wärme der Kerzenlichter zu empfinden und das ganze Wunder dieser zauberhaften Zeit zu erleben. Ich bin bereit, mein Herz und mein Heim mit Freude zu schmücken und meine innere und äußere Welt mit meiner Liebe zu erhellen.

„Ja, ich bin für Weihnachten bereit!“ Ich bin bereit, mit ganzem Herzen an allem weihnachtlichen teilzunehmen. Ich bin bereit, in meinen Plänen und Vorbereitungen der Weisheit und dem guten Urteilsvermögen des mir innewohnenden Christus Ausdruck zu geben. Ich bin bereit, gesund und kräftig, vital und ohne Hast alles Notwendige zu erledigen. Ich bin auch für stille Zeiten bereit, für Gebet und Meditation, um die Wacht der Heiligen Nacht in meiner eigenen Seele zu halten und Christus den Weg zu bereiten.

„Ja, ich bin für Weihnachten bereit!“ Ich bin bereit, erneut das Gesetz des Gebens und Empfangens, Gottes nie versagendes Gesetz des Wohlstands, unter Beweis zu stellen. Ich bin bereit, all das Wunderbare zu sehen, das mir Gottes reiche Fürsorge für Seine Kinder zeigt.

„Ja, ich bin für Weihnachten bereit!“ Ich bin für das Weihnachtswunder bereit, für die Verwandlung alles Alltäglichen und Weltlichen in etwas Schönes und Bedeutungsvolles. Ich bin für die Beweise des Guten in meinen Mitmenschen bereit – für Gesten unerwarteter Rücksicht und Anteilnahme, für Freundschaftsbeweise, die mein Leben und die Weihnachtszeit so reich und schön machen.

„Ja, ich bin für Weihnachten bereit!“ Ich bin bereit, einzustimmen in das Dankgebet der Maria: „Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes.“ Ich bin bereit, wie die Weisen aus dem Morgenlande der menschgewordenen Liebe zu huldigen. Ich bin bereit, in den Chor der Engel einzustimmen: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen.“

„Ja, ich bin für Weihnachten bereit!“ Ich bin bereit, die Wiedergeburt Christi in mir zu feiern. Ich bin bereit, meine Gaben hilfreicher Nächstenliebe, inniger Dankbarkeit und ernsthaften Strebens nach der Wahrheit darzubringen. Ich bin bereit, die geistigen Gaben zu empfangen, die Christus bringt. Ich bin bereit, in dieser Weihnachtszeit den mir innewohnenden Christus in mir wirken zu lassen und durch Glauben, Frieden und Freude zum Ausdruck zu bringen.

Gesegnete Weihnacht!

Das hört sich sehr unwahrscheinlich und unglaublich an, aber es entspricht der Wahrheit. Wer dies wirklich richtig verstanden hat, der ist für alle Zeit befreit von Furcht und Angst.

Der Tod ist etwas Endgültiges und einmalig im Leben, dachte auch ich früher. Ich habe es aber anders erkannt.

Jede Veränderung beinhaltet Tod und Geburt, anders ausgedrückt, Ende und Neubeginn. Beispiele: Die Zeit in der geistigen Welt ist beendet im Augenblick der Zeugung, die vorgeburtliche Phase durch die Geburt, die Babyzeit durch das Kindergartenalter, die Schule, die Ausbildung und so fort. Der junge Mensch zieht zuhause aus in ein eigenständiges Leben, er verlässt vielleicht sogar die Heimat und beginnt in einem fremden Land neu. Ein Unternehmer verkauft seine Firma und beginnt eine ganz neue Sache, geht vielleicht in Rente. Ein Arbeitnehmer wechselt den Arbeitsplatz, usw.

Es gäbe unzählige Beispiele für das Ende einer Phase, das zugleich Neubeginn einer anderen Phase bedeutet. Alles das nehmen wir mehr oder weniger als selbstverständlich, als den Lauf der Dinge hin, ohne uns darüber zu sorgen oder zu grämen.

Anders aber bei Krankheit oder gar dem Schreckgespenst TOD. Haben wir vorher immer nur Furcht gehabt, ob immer alles glatt verläuft und gut geht, so ergreift uns hier die existentielle Angst. Angst vor Schmerzen, vor dem Alleinsein, vor Verlust, usw. und wir übersehen, dass auch hier nur wieder eine Veränderung vor sich geht. Unser wirkliches Problem ist die Verhaftung an der Materiellen Welt und es zeigt sich ganz deutlich, wenn wir es versäumt haben, uns mit unserer Spiritualität auseinanderzusetzen.

Für Denjenigen, der in seinem tiefsten Innern erkannt hat, dass er in seinem wahren Wesen reiner Geist ist, dass Geist unsterblich ist und nur seine Erscheinungsform, seine Ausdrucksform wechselt, für den verliert der sogenannte Tod seinen Schrecken.

Derjenige weiß in seinem tiefsten Innern, dass er nur den Körper, die Bekleidung des Geistes in dieser Welt ablegt und doch weiterhin existent ist und lebt, denn Geist ist Leben, ist unendlich, ist unsterblich!

Goethe sagte hierzu: Solange Du nicht hast dies Stirb und Werde, bist du nur ein trüber Gast auf dieser Erde.

Verloren gehen nur die materiellen Werte. Die Schätze des Bewusstsein, die „Weder Rost noch Motten fressen können“, die nehmen wir mit und die bilden das Fundament für das Erleben in der Geistigen Welt und jedes weitere Erdenleben in körperlicher Bekleidung.

Bemühen wir uns also zu erkennen und verstehen: „Ich bin unbegrenzter, unendlicher Geist in einem begrenzten, endlichen Köper.“

Der wichtigste Tod, den wir alle einmal in einem unserer Leben sterben müssen, ist der Tod des rein materiellen Denkens. Wir werden wiedergeboren im Geiste, d.h. in der Erkenntnis des uns innewohnenden Gottes, des Christus in uns.                          von Karin Fechner

 

Ich werde überhaupt nicht für mich sterben, sondern nur für Andere, für die Zurückbleibenden, aus deren Verbindung ich gerissen werde. Für mich selbst ist die Todesstunde eine Stunde der Geburt zu einem neuen, herrlicheren Leben.

J. G. Fichte

 

.. auf meiner Webseite. Die hier veröffentlichten Artikel, Meditationen, Vorträge, Gedichte und kleine Handouts entstanden während meiner Ausbildungszeit, Gruppenarbeit und Einzel-Coachings für Menschen in seelischer Not.

Ich möchte einfach meine Arbeit als Unity-Ministerin bzw. Seelsorgerin über meinen kleinen privaten Kreis interessierter Unity-Freunde hinaus bekannt machen, da ich mich aus privaten Gründen längere Zeit aus der aktiven Unity-Arbeit zurückgezogen hatte.

Es ist eine private Webseite, die ich durch die eingebundene Werbung finanziere. Bitte versteht diese Seite aber nicht als Werbeplattform für Eure gewerblichen Internetseiten und nehmt bitte Rücksicht auf unsere jungen, noch minderjährigen Leser! 

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